AMERICA #16



Letzter Tag. Als ich aufstand, waren es noch knapp 12 Stunden bis zum Abflug. Und das Paar Schuhe, welches ich vorgestern schon gesehen hatte & das es leider nicht mehr in meiner Größe gab, immer noch in meinem Kopf. Deswegen fuhren Luke, Adele & ich kurz shoppen, bevor die Kids aus der Schule kamen. Ganz klischéebestätigend fand ich auf dem Weg zu den gesuchten Tretern noch ein anderes Paar, die frau uuuunbedingt braucht(e). Eine Dame bemerkte meine Hilflosigkeit bzw. dass ich mich nicht entscheiden konnte & gesellte sich zu uns. Plötzlich holte jene ein dunkelblaues Chiffonkleid heraus & bat mich, die richtigen Schuhe dafür zu finden. Extrem niedlich find ich. Irgendwann verabschiedete sie sich dann & ließ mich immer noch verzweifelt zurück. Adele's Meinung: Nimm beide! Sie sind ein Andenken. Am Ende wirst du dich ärgern, nicht doch die anderen auch genommen zu haben. Mein Kopf: Ich kann doch nicht mit zwei neuen Paar Schuhen nach Hause kommen. Mama bringt mich um. Und dann kam mein Retter. Der Schuhverkäufer Youssef, der - wie sich im Laufe des Gesprächs herausstellte - 14 Jahre in Deutschland gelebt hatte, bevor er nach Amerika zog. Er wirkte ziemlich deprimiert. Wir hörten ihm zu (seit 25 Jahren sprach er mal wieder deutsch) & letztendlich verkaufte er uns die Schuhe zusammen so günstig wie ein Paar allein gekostet hätte. Guter Mann! :) Nachdem wir Elisabeth & Christopher an der Schule aufschnappten, ging es zu Zinga. Ein total cooler Laden, in dem man sich in einen Pappbecher seine Lieblingssorte gefrorenen Joghurt einfüllen & mit den Wunschzutaten verzieren. Bezahlt wird nach Gewicht. Ich entschied mich für Cookie & Cream - Joghurt mit Erdbeeren, Schokosauce, Oreo-Keksen, M&M's, und und und. Wie viele Kalorien das waren, will ich gar nicht wissen, aber nach 2 Wochen war das nun auch egal. Zuhause sammelte ich noch eine restlichen Sachen zusammen & dann ging es schon an den Flughafen. Obwohl unerlaubt schlängelten sich die Anderen noch bis zur Handgepäckkontrolle mit durch, bevor es dann time to say goodbye war. Ziemlich traurig winkte ich ihnen nach, ehe ich die eine Stunde bis zum Abflug noch am Gate wartete. Unter Tränen und neugierigen Blicken. Aber irgendwie konnte ich mich nicht zurück halten. Die Menschen, die ich in so kurzer Zeit so lieb gewonnen habe, zurück zu lassen & zu wissen, diese erst in ein paar Jahren wiederzusehen, war nicht wirklich einfach. Nachdem eine Frau im Flieger freundlich fragte, ob denn alles okay mit mir sei, wies mich ein Mann darauf hin, dass ich auf seinem Fensterplatz saß. Als er sah, wie verweint ich aussah, meinte er jedoch, dass es okay wär, wenn ich dort säße. Wahrscheinlich hatte er Angst, dass ich noch einen Heulkrampf erleiden würde. Der Flug war - abgesehen davon, dass mein Sitznachbar mich dann mit seinem Mundgeruch während seines Schlafs vollstinkerte - 7 Stunden 20 Minuten lang & super. Zu kurz, denn ich schaffte nicht alle Filme, die ich sehen wollte. In Frankfurte wartete niemand auf mich außer mein Zug. Dafür dann am Göttinger Bahnhof gleich zwei Verrückte im Doppelpack: Mum & Pati. Aufgrund meines Entzugs nach gesundem Essen fuhren wir gleich ins Vapiano. Um 17 Uhr kam ich wieder in meinem kleinen Kaff an & konnte nicht wirklich realisieren, was ich in den letzten 14 Tagen wirklich alles erlebt hatte.






 vor der Abfahrt zum Flughafen


 27 Kilo


 Mum & Pati Pietzi


Vapiano-Nudeln ... KEIN Burger - welch' ein Glück!

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